NS-Propaga - Künstler als Handlanger und Mittäter

Die Möglichkeiten der Beeinflussung der Mehrheit einer gesamten Gesellschaft, auch durch den gezielten, geplanten und gesteuerten Einsatz der Künste, wurde von den Verantwortlichen der nationalsozialistischen Regierung auf perfide Weise gewissermaßen perfektioniert und auf die Spitze getrieben. Dabei bestand ihre Aufgabe vor allen Dingen darin, ein Menschenbild zu etablieren, welches die elementare Grundlage des gesamten Nationalsozialismus und seiner Ideologie bildete: Die historisch und ethnologisch begründete Überlegenheit der eigenen Rasse gegenüber anderen, minderwertigen Rassen und die Rechtfertigung eines kriegerisch zu führenden Überlebenskampfes des deutschen Volkes, basierend auf einer akuten Bedrohung von außen. Besonders die Möglichkeiten der zu ihrer Zeit noch vergleichsweise jungen Medien Rundfunk und Fernsehen wurden dabei genutzt. Filme der bekannten Regisseurin Leni Riefenstahl überschreiten dabei die Grenze zwischen Dokumentarfilm und Propaganda und kreieren ein ästhetisches Bild des deutschen Volkes, seiner Geschichte und deren Akteure, das vor allen Dingen die Position der Nationalsozialistischen Partei unter Adolf Hitler positiv darstellen und festigen sollte.

Aber auch Literatur und Bildende Künste wurden im Nationalsozialismus für dessen Zwecke instrumentalisiert und zeichneten gemeinsam ein Bild der natürlichen Überlegenheit des deutschen Volkes. Gleichzeitig diente die herabwürdigende Darstellung anderer Rassen, vornehmlich des als solche bewerteten Judentums, klar deren Brandmarkung und rückblickend der Abstumpfung der Bevölkerung gegenüber der flächendeckenden Verfolgung und systematischen Vernichtung. So gesehen sind Künstler auch Wegbereiterin des Holocaust gewesen, genau wie sie gleichzeitig und bis heute die Gräuel der Judenverfolgung darstellen und so in mahnender Erinnerung halten.

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